Analysieren im Crafting: Vermeide den schlimmstmöglichen Crafting-Fehler in ESO

Analysieren im Crafting: Vermeide den schlimmstmöglichen Crafting-Fehler in ESO
Analysieren im Crafting: Vermeide den schlimmstmöglichen Crafting-Fehler in ESO

Ich habe den vermeintlichen Tipp jetzt in mehreren Livestreams und anderen Stellen gehört: „Analysiere jedes Mal eine neue Eigenschaft wenn du in der Stadt bist, um die Zeit optimal zu nutzen.

In meinen Augen ist das der größte Fehler, den man überhaupt im Handwerk machen kann.

Deshalb möchte ich in diesem Artikel erklären, warum es der größte Fehler ist und auf was wir beim Analysieren von Eigenschaften achten müssen. Ich werde etwas ausholen, damit auch Crafting-Neuankömmlinge folgen können. 🙂

Kurz zum Hintergrund…

…für alle, die noch nicht viele Berührungspunkte mit dem Handwerk hatten.

Schneiderei, Schreinerei und Schmiedekunst stellen Rüstungen und Waffen her. Rüstungen und Waffen können Eigenschaften (engl. Traits) haben, die z.B. die Kosten für Sprinten reduzieren, mehr Angriffstempo oder einen ähnlichen nützlichen Bonus gewähren (nicht zu verwechseln mit Verzauberungen – da haben wir übrigens einen tollen Verzaubern-Guide 😉 ).

Eigenschaften bei Gegenständen

Um aber eine Waffe oder Rüstung mit einer Eigenschaft herzustellen, muss man sich die Eigenschaft erst beigebracht haben. Das funktioniert durch das Analysieren eines Gegenstand, der diese Eigenschaft hat. Der Gegenstand wird beim Analysieren zerstört.

So funktioniert das Analysieren

Es gibt 8 Eigenschaften, die auf hergestellte Rüstungen und Waffen gepackt werden können. Eine hervorragende Liste aller Eigenschaften findest du im Forum unter Traits: Rüstungs-, Waffen- und Schmuck-Eigenschaften (Guide). Jede muss dabei einmal analysiert werden, bevor man sie beherrscht.

Als Beispiel: Passgenau ist eine Eigenschaft für Rüstungen, die die Kosten fürs Sprinten reduziert. Um nun leichte Schultern herzustellen, die die Eigenschaft Passgenau haben, muss ich zuvor einmal leichte Schultern mit der Eigenschaft Passgenau analysiert haben.

Möchte ich anschließend leichte Handschuhe mit Passgenau herstellen, muss ich zuvor auch leichte Handschuhe mit Passgenau analysiert haben. Ebenso muss ich mittlere Schultern mit Passgenau analysiert haben, bevor ich diese herstellen kann.

ESO Crafting Analysen

Das ergibt bei 7 Ausrüstungsslots, 2 Rüstungsklassen in Schneiderei und 8 Eigenschaften insgesamt 7 * 2 * 8 = 112 verschiedene Kombinationen, die man erforschen muss, wenn man alles können will.

Für den Schmied sind es 7 Ausrüstungsslots mit je 8 Eigenschaften und 7 Waffenarten mit jeweils 8 Eigenschaften. So kommen wir hier ebenfalls auf 112 Kombinationen.

Für den Schreiner sind es weniger als halb so viele: Schild, Bogen + 4 Stäbe = 6 Waffen mit jeweils 8 Eigenschaften = 48 Kombinationen.

Warum das Analysieren Jahre dauern kann

Das wirkliche Problem dabei ist, dass das Analysieren Zeit kostet. Sehr viel Zeit.

Bei jeder Eigenschaft, die du für einen Gegenstand (z.B. Dolch oder mittlerer Helm) schon kennst, dauert das Analysieren der nächsten Eigenschaft für den gleichen Gegenstand doppelt so lange:

  1. Eigenschaft: 6 Stunden
  2. Eigenschaft: 12 Stunden
  3. Eigenschaft: 24 Stunden
  4. Eigenschaft: 48 Stunden
  5. Eigenschaft: 96 Stunden
  6. Eigenschaft: 192 Stunden (8 Tage)
  7. Eigenschaft: 384 Stunden (16 Tage)
  8. Eigenschaft: 768 Stunden (32 Tage)

Das heißt, um für eine Rüstungsart oder Waffe alle Eigenschaften zu analysieren, benötigen wir 768 + 384 + 192 + 96 + 48 + 24 + 12 + 6 = 1.530 Stunden (knapp über 60 Tage). Bei 14 verschiedenen Gegenständen sind das 1.530 * 14 = 21.420 Stunden (knapp über 892 Tage).

Durch passive Talente, wie Metallkunde, können wir 20% schneller und bis zu 3 Gegenstände gleichzeitig analysieren. Somit kommen wir auf 21.420 * 0.8 / 3 = 5.712 Stunden (238 Tage), die wir MINDESTENS benötigen, um in Schneiderei oder Schmiedekunst alle Eigenschaften zu beherrschen. Bei Schreinerei entsprechend weniger Zeit, da es weniger Slots zu bedienen gibt.

Und deshalb sollten wir niemals einfach wild darauf los analysieren!

Auch wenn es am Anfang nur 6, 12 oder 24 Stunden sind, können wir uns mit planlos Rumanalysieren viel kaputt machen. Nehmen wir an, uns fällt später ein, dass wir ja eigentlich einen Build spielen, der auf kritischer Trefferchance basiert. Und deshalb wollen wir nun die Eigenschaft Präzise auf unseren Einhanddolchen.

Hätten wir jetzt aber schon so einen Quatsch wie Lehrend analysiert und vielleicht noch 4 andere zufällige Eigenschaften, müssten wir nun 8 Tage warten, bis wir Präzise Dolche herstellen können.

Noch deutlicher wird es bei Rüstungen. Was wäre, wenn ich mir ein Set aus mittlerer Rüstung mit Passgenau herstellen möchte. Wenn ich nun für 7 Slots je 8 Tage analysieren muss, warte ich 56 Tage (bzw. ~15 Tage, wenn ich Nähen voll geskillt habe), nur weil ich meine Crafting-Laufbahn nicht am Anfang geplant habe.

Mein Tipp als Fazit

Plane ganz genau, welche Eigenschaften du selbst benutzen möchtest oder bei welchen du denkst, dass du sie später gut verkaufen kannst. Konzentriere dich anschließend auf genau diese Eigenschaften.

Lieber erforscht du mal einen halben Tag nichts, weil du keinen passenden Gegenstand zum Analysieren gefunden hast, als dass du später durch unnütze Eigenschaften die Wartezeit extrem in die Höhe treibst.

Eigenschaften, die ich persönlich nicht analysieren würde:

Bei Rüstungen würde ich Erforschend (mehr XP durch erkunden), Robust (keine Haltbarkeitsverluste) und Lehrend (mehr XP für die Skill-Linie) nicht erforschen. Auch mit Verstärkt (Rüstungsbonus) würde ich warten, wie sich die Caps entwickeln. Wenn die Tanks ohnehin leicht ans Rüstungs-Cap stoßen (mehr Infos zu Caps und Überladung), wird u.U. niemand Verstärkt benutzen wollen.

Bei Waffen würde ich auch wieder auf Lehrend verzichten. Bei den anderen Eigenschaften ist es schwerer zu sagen, wie später die Nachfrage sein wird. Aber momentan steht Verteidigend (mehr Rüstung und mehr Resistenzen) noch auf meiner „Nicht-Analysieren-Liste“.

Disclaimer: Die Ausschlussliste ist natürlich sehr subjektiv und es lässt sich momentan sehr schwer voraus sagen, wie sich die Nachfrage entwickeln wird. Passe sie daher nach deinen Vorlieben an, aber analysiere nicht einfach wild drauf los!


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Kommentare zu "Analysieren im Crafting: Vermeide den schlimmstmöglichen Crafting-Fehler in ESO"

Sehr schöne Übersicht vielen dank für den kompetenten Beitrag.

Ich muss gestehen ich stehe seit kurzem vor dem Problem das ich nicht so richtig wusste was ich jetzt eigentlich alles Analysieren wollte//sollte. Also habe ich es erstmal ganz gelassen da ich nicht einfach wild drauf loslegen wollte. Aber das ist ja natürlich auch keine Lösung die Sachen viel zu lange ruhen zu lassen.

Ich werde heute Abend dann mal anfangen zu schauen das ich die Sachen Analysiere die mir später auch von nutzen sein könnte. Ist zwar auch nicht gerade einfach, aber einfach nur ewig damit warten bringt es ja auch nicht.


Ein weiterer Punkt für eine Planung: Set-Gegenstände

Um Set-Gegenstände herstellen zu können müssen eine bestimmte Anzahl an Eigenschaften bekannt sein. Bei den ersten Sets (Startkarte) benötigt man bis zu 2 Eigenschaften, für das Set 3 Teile.

Also sollte man seine Funde, Belohnungen und Einkäufe gezielt analysieren, um sich seine Setteile dann wunschgemäß herstellen zu können. (Tausch mit Gildenmitgliedern ist eine gute Quelle um an Ausrüstung mit bestimmten Eigenschaften zu kommen 😉 )


Natürlich sollte man sich im etwas Gedanken über das machen, was man mit seinem Char im Handwerk erreichen will. Allerdings halte ich es für Blödsinn zu sagen So-und-so viel ja und So-und-so viel nicht. Eigentlich ist das schon grob fahrlässig und @dennis sollte es besser wissen  😀

Wie @toralf richtig anmerkt, gibt es nämlich noch die Set-Gegenstände für Handwerker und da kommt man nicht drum rum mindestens 2 oder 3 und bestenfalls 5 Item Eigenschaften erforscht zu haben.

Von daher sollte gelten:

  1. So früh wie möglich anfangen seine bevorzugten Gegenstände zu erforschen.
  2. Dabei auf einige Gegenstände konzentrieren – „niemals einfach wild darauf los analysieren“, siehe @dennis

Huhu

Gibt aber auch die schönen Rüstungssets wo man zb 2 oder 3 oder 4 und so weiter an Eigenschaften braucht.Deshalb sollte man eigentlich so früh wie möglich damit anfangen da man jeweils 3 Teile mit jeweils den Eigenschaften braucht.Sprich als Veteran braucht man eh um die 6 Eigenschaften um sich gute Rüssis herzustellen um den Boni davon zubekommen.Es sei denn man verzichtet drauf und stellt sich halt Rüssi nur mit Crit her dann klar braucht man jeweils nur 1 Eigenschaft auf alle Rüssi Teile.


Hallo,

die Sache mit den Sets wurde ja bereits angesprochen. Es gibt sogar auch Sets, für die man 8 Traits benötigt!!!

Bevor man also sich für eine Analysier-Strategie entscheidet (oder bevor man einen Guide schreibt, bei dem man andere Tipps schmälert und als vermeintlich darstellt), sollte man sich die Sets anschauen. Gibt es bei den 8er Sets das Wunschset, dann sollte man alles analysieren. Um dann nicht 300 Tage warten zu müssen, könnte man z.B. sich mit Freunden absprechen und klären, dass einer 2-3 Teile durchanalysiert, ein anderer dann die nächsten Teile. So könnte ein Freundeskreis (eine Gilde z.B.) in nicht ganz so länger Zeit in der Lage sein, sich die 8er Sets herzustellen.

Das sollte man beim Schreiben eines Guides auf jeden Fall beachten!!!

mit freundlichen Grüßen

Lorion